MiCA gave crypto processors a licence to lose
MiCA gibt Kryptodienstleistern eine Erlaubnis, die sie verlieren koennen
Crypto asset service providers are now licensed across the EU. The framework is real, the supervision is real, and the most consequential change is one the legislation barely mentions: a licensed provider has something to lose.
What MiCA actually did to the sector
Before MiCA, a crypto payment processor could operate across Europe under a patchwork of national registrations, some of which amounted to little more than a filing. The regulation replaced that with authorisation: capital requirements, governance standards, custody rules separating client assets from the firm’s own, complaint handling, and a supervisor that can withdraw the licence.
The consolidation was predictable and is well under way. Firms that existed because compliance was cheap have exited or been absorbed. That is the regulation working, not a side effect.
The part that matters for merchants
Crypto payment processing occupies a specific niche: merchants who cannot get card acceptance. Some are in genuinely restricted categories. Many are simply casualties of the de-risking arithmetic we have described elsewhere — lawful businesses that no bank finds worth the compliance cost.
Under the old arrangement, a processor serving that market faced little scrutiny of who it onboarded. Under MiCA, it carries the same customer due diligence obligations as any other financial institution, and its authorisation depends on demonstrating them.
This is the interesting consequence. A licensed provider that onboards a merchant selling material it has no right to sell now risks its licence, not merely a bad headline. The enforcement lever that has been missing in this corner of payments now exists — and the same right of complaint applies as with any regulated firm.
Where the framework is thinner than it looks
Three gaps deserve naming.
Non-custodial arrangements. The obligations attach to service providers. A merchant accepting payment directly to a self-hosted wallet, with no intermediary, is largely outside the perimeter. The regulation has provisions on transfers involving self-hosted addresses, but the merchant who never uses a provider is not a provider.
To be clear about what this means in practice: a merchant excluded from cards and unwilling to be supervised has an unregulated path available. It is worse for them — no chargeback protection means no customers either, for most consumer businesses — but it exists.
Jurisdictional edges. Authorisation covers firms serving EU customers. Providers established elsewhere, serving the same merchants, are reachable only through enforcement against the merchant or the customer’s bank.
The travel rule in practice. Transfer-of-funds obligations require originator and beneficiary information to accompany crypto transfers. Implementation across providers is uneven, and the interoperability problem — different providers using different systems to exchange the data — is not solved by requiring that it be exchanged.
Our view
MiCA is a better piece of legislation than the sector generally admits and a weaker one than its supporters claim. It has raised the floor substantially, and the licensing requirement gives supervisors a lever they genuinely lacked.
What it cannot do is address why the demand exists. A significant share of crypto payment volume in Europe is not ideological; it is businesses that lost banking and needed something. Regulate the crypto rail well and that demand does not disappear — it moves further out, to the non-custodial edge where nobody is supervised at all.
The durable fix is upstream, in the access problem, and it is not a crypto question.
Sources: Regulation (EU) 2023/1114 (MiCA) provisions on crypto asset service providers; Regulation (EU) 2023/1113 on information accompanying transfers of funds and certain crypto assets; ESMA and EBA implementing guidance. This article contains opinion, marked as such.
Kryptodienstleister sind in der EU jetzt zulassungspflichtig. Der Rahmen ist echt, die Aufsicht ist echt — und die folgenreichste Änderung erwähnt das Gesetz kaum: Ein zugelassener Anbieter hat etwas zu verlieren.
Was MiCA mit der Branche gemacht hat
Vor MiCA konnte ein Krypto-Zahlungsdienstleister europaweit unter einem Flickenteppich nationaler Registrierungen arbeiten, von denen manche kaum mehr waren als eine Anzeige. Die Verordnung ersetzt das durch Zulassung: Eigenkapitalanforderungen, Governance-Vorgaben, Verwahrregeln zur Trennung von Kunden- und Eigenbestand, Beschwerdebearbeitung — und eine Aufsicht, die die Erlaubnis entziehen kann.
Die Konsolidierung war absehbar und läuft. Anbieter, die es gab, weil Compliance billig war, sind ausgestiegen oder aufgekauft worden. Das ist die Regulierung bei der Arbeit, kein Nebeneffekt.
Der Teil, der für Händler zählt
Krypto-Zahlungsabwicklung besetzt eine bestimmte Nische: Händler, die keine Kartenakzeptanz bekommen. Manche sind in tatsächlich beschränkten Kategorien. Viele sind schlicht Opfer der De-Risking-Rechnung, die wir an anderer Stelle beschrieben haben — legale Unternehmen, die keiner Bank den Compliance-Aufwand wert sind.
Unter der alten Ordnung wurde kaum geprüft, wen ein solcher Anbieter aufnimmt. Unter MiCA trägt er dieselben Sorgfaltspflichten wie jedes andere Finanzunternehmen, und seine Zulassung hängt daran, dass er sie belegen kann.
Das ist die interessante Folge. Ein zugelassener Anbieter, der einen Händler aufnimmt, der Material ohne Rechte verkauft, riskiert nun seine Erlaubnis und nicht nur eine schlechte Schlagzeile. Der Durchsetzungshebel, der in dieser Ecke des Zahlungsverkehrs fehlte, existiert jetzt — und dasselbe Beschwerderecht gilt wie bei jedem regulierten Unternehmen.
Wo der Rahmen dünner ist, als er aussieht
Drei Lücken gehören benannt.
Nicht-verwahrende Konstellationen. Die Pflichten knüpfen an Dienstleister an. Ein Händler, der Zahlungen direkt in eine selbstverwahrte Wallet annimmt, ohne Zwischenstelle, liegt weitgehend außerhalb. Die Verordnung enthält Vorgaben zu Transfers mit selbstverwahrten Adressen — aber ein Händler, der nie einen Dienstleister nutzt, ist keiner.
Klar gesagt heißt das: Ein Händler, der von Karten ausgeschlossen ist und sich nicht beaufsichtigen lassen will, hat einen unregulierten Weg. Er ist für ihn schlechter — ohne Chargeback-Schutz gibt es für die meisten Verbrauchergeschäfte auch keine Kunden —, aber es gibt ihn.
Zuständigkeitsränder. Die Zulassung erfasst Anbieter, die EU-Kunden bedienen. Anbieter mit Sitz anderswo, die dieselben Händler bedienen, erreicht man nur über den Händler oder die Bank des Kunden.
Die Transferregel in der Praxis. Die Pflichten zu begleitenden Angaben verlangen, dass Auftraggeber- und Begünstigtendaten Kryptotransfers begleiten. Die Umsetzung ist uneinheitlich, und das Interoperabilitätsproblem — verschiedene Anbieter tauschen die Daten über verschiedene Systeme aus — löst sich nicht dadurch, dass man den Austausch vorschreibt.
Unsere Einschätzung
MiCA ist ein besseres Gesetz, als die Branche zugibt, und ein schwächeres, als seine Befürworter behaupten. Es hat das Mindestniveau erheblich angehoben, und die Zulassungspflicht gibt der Aufsicht einen Hebel, der ihr wirklich fehlte.
Was es nicht leisten kann, ist, die Ursache der Nachfrage zu adressieren. Ein erheblicher Teil des europäischen Krypto-Zahlungsvolumens ist nicht ideologisch, sondern besteht aus Unternehmen, die ihre Bankverbindung verloren haben und etwas brauchten. Reguliert man die Kryptoschiene gut, verschwindet diese Nachfrage nicht — sie wandert weiter nach außen, an den nicht-verwahrenden Rand, wo niemand beaufsichtigt wird.
Die haltbare Lösung liegt weiter oben, beim Zugangsproblem, und sie ist keine Kryptofrage.
Quellen: Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Vorschriften zu Anbietern von Kryptowerte-Dienstleistungen; Verordnung (EU) 2023/1113 über die Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers und Transfers bestimmter Kryptowerte; Umsetzungshinweise von ESMA und EBA. Dieser Beitrag enthält Meinung, als solche gekennzeichnet.