Twenty-one years of interchange litigation, and a third settlement
Einundzwanzig Jahre Interchange-Prozess - und ein dritter Vergleich
In July 2026, a US federal judge gave preliminary approval to the third attempted settlement in the interchange-fee litigation between American merchants and the card networks. The case has been running for twenty-one years. That number is the story.
What happened
Judge Brian Cogan of the Eastern District of New York granted preliminary approval to a proposed settlement in the long-running Payment Card Interchange Fee and Merchant Discount Antitrust Litigation. Two previous settlements in the same matter were approved and then unwound — one rejected on appeal, one withdrawn — which is why this is the third attempt rather than the first.
The dispute concerns interchange: the fee an acquirer pays an issuer on every card transaction, set by the network rather than negotiated between the parties who pay it and receive it. Merchants have argued for two decades that this arrangement, combined with rules restricting how they may steer customers toward cheaper payment methods, is an antitrust violation.
Our view
Twenty-one years is not a sign that the questions are unusually hard. The economics of interchange have been examined exhaustively; several jurisdictions have simply legislated caps and moved on. The European Union capped consumer card interchange in 2015 and the sky did not fall.
What twenty-one years indicates is that litigation is a poor instrument for setting the price of an essential utility. Every year the case continues, the incumbent arrangement remains in force. Delay is not neutral: it is the status quo winning by default. Any party benefiting from the current structure has a strong and entirely rational interest in the process taking as long as possible, and nothing about the process penalises that.
We would also note what a settlement is not. It is not a finding. A settlement resolves a dispute between the parties before the court; it does not establish whether the conduct complained of was lawful, and it binds only those who are bound by it. Merchants who consider the terms inadequate face the choice of accepting them or starting again — after twenty-one years, that is not much of a choice.
What it does not settle
Three things, all of which will outlive the case.
Who sets the price. A settlement that adjusts rates or relaxes steering rules leaves intact the structure in which a private network sets a fee paid by one party to another, neither of whom negotiated it.
The rules that are not about price. Interchange is the headline, but the network rulebooks also determine which businesses may accept cards at all. That question is not before this court, and it is the one this publication finds more consequential.
Everywhere else. The litigation is American. Australia’s payments regulator is reviewing interchange caps and three-party schemes, and the EU’s caps have been in force for a decade. The global picture is a patchwork in which the same networks operate under materially different constraints depending on jurisdiction — which tells you the constraints are workable, and that their absence elsewhere is a policy choice.
The uncomfortable comparison
Set the two approaches side by side. In Europe, a legislature decided the fee was too high, capped it, and the market adjusted within a year. In the United States, the same question has occupied the courts since 2005 and is now on its third settlement.
Reasonable people disagree about whether caps are good policy. Fewer would defend twenty-one years of unresolved litigation as a superior mechanism for finding out.
This article contains opinion, clearly marked as such in the sections above. Factual basis: reporting on the July 2026 preliminary approval of the proposed settlement in the Payment Card Interchange Fee and Merchant Discount Antitrust Litigation (E.D.N.Y.); Regulation (EU) 2015/751 on interchange fees for card-based payment transactions; the Reserve Bank of Australia’s review of retail payments regulation. Any party named here may respond and we will publish the response in full.
Im Juli 2026 hat ein US-Bundesrichter der dritten Vergleichsfassung im Interchange-Verfahren zwischen amerikanischen Händlern und den Kartennetzwerken vorläufig zugestimmt. Das Verfahren läuft seit einundzwanzig Jahren. Diese Zahl ist die Geschichte.
Was geschehen ist
Richter Brian Cogan vom Eastern District of New York erteilte einem Vergleichsvorschlag im seit Langem laufenden Verfahren Payment Card Interchange Fee and Merchant Discount Antitrust Litigation die vorläufige Genehmigung. Zwei frühere Vergleiche in derselben Sache wurden genehmigt und danach wieder aufgelöst — einer in der Berufung verworfen, einer zurückgezogen. Deshalb ist dies der dritte und nicht der erste Anlauf.
Es geht um Interchange: das Entgelt, das ein Acquirer bei jeder Kartenzahlung an die kartenausgebende Bank zahlt, festgesetzt vom Netzwerk statt verhandelt zwischen denen, die es zahlen und empfangen. Händler argumentieren seit zwei Jahrzehnten, dass diese Konstruktion zusammen mit Regeln, die ihnen die Lenkung von Kunden auf günstigere Zahlungswege erschweren, kartellrechtswidrig ist.
Unsere Einschätzung
Einundzwanzig Jahre sind kein Zeichen dafür, dass die Fragen besonders schwer wären. Die Ökonomie des Interchange ist erschöpfend untersucht; mehrere Rechtsordnungen haben schlicht Obergrenzen gesetzt und sind weitergegangen. Die Europäische Union hat 2015 gedeckelt, und der Himmel ist nicht eingestürzt.
Was einundzwanzig Jahre zeigen, ist, dass ein Gerichtsverfahren ein schlechtes Instrument ist, um den Preis einer unverzichtbaren Infrastruktur festzulegen. Jedes Jahr, das der Prozess weiterläuft, bleibt die bestehende Ordnung in Kraft. Verzögerung ist nicht neutral: Sie ist ein Sieg des Status quo ohne Urteil. Wer von der aktuellen Struktur profitiert, hat ein starkes und vollkommen rationales Interesse daran, dass es lange dauert — und nichts am Verfahren bestraft das.
Festzuhalten ist auch, was ein Vergleich nicht ist. Er ist keine Feststellung. Ein Vergleich beendet einen Streit zwischen den Parteien; er klärt nicht, ob das beanstandete Verhalten rechtmäßig war, und er bindet nur die Gebundenen. Händler, denen die Bedingungen zu schwach erscheinen, haben die Wahl, sie anzunehmen oder von vorn zu beginnen — nach einundzwanzig Jahren ist das keine echte Wahl.
Was ungeklärt bleibt
Drei Dinge, die das Verfahren überdauern werden.
Wer den Preis setzt. Ein Vergleich, der Sätze anpasst oder Lenkungsregeln lockert, lässt die Struktur unangetastet, in der ein privates Netzwerk ein Entgelt festsetzt, das die eine Partei der anderen zahlt, ohne dass eine von beiden es verhandelt hätte.
Die Regeln, die nicht den Preis betreffen. Interchange ist die Schlagzeile, aber dieselben Regelwerke entscheiden auch darüber, welche Unternehmen überhaupt Karten annehmen dürfen. Diese Frage liegt dem Gericht nicht vor — und sie ist die, die dieses Medium für folgenreicher hält.
Der Rest der Welt. Das Verfahren ist amerikanisch. Australiens Zahlungsaufsicht überprüft Interchange-Obergrenzen und Drei-Parteien-Systeme, die EU-Deckelung gilt seit einem Jahrzehnt. Global ergibt das ein Flickwerk, in dem dieselben Netzwerke je nach Rechtsraum unter deutlich verschiedenen Auflagen arbeiten — was zeigt, dass die Auflagen praktikabel sind und ihr Fehlen anderswo eine politische Entscheidung ist.
Der unbequeme Vergleich
Stellt man beide Wege nebeneinander: In Europa hat ein Gesetzgeber entschieden, das Entgelt sei zu hoch, hat gedeckelt, und der Markt hat sich binnen eines Jahres eingestellt. In den Vereinigten Staaten beschäftigt dieselbe Frage die Gerichte seit 2005 und steht nun beim dritten Vergleich.
Über den Sinn von Obergrenzen kann man vernünftig streiten. Dass einundzwanzig Jahre ungeklärter Prozessführung der bessere Weg zur Antwort seien, würden weniger verteidigen.
Dieser Beitrag enthält Meinung, in den entsprechenden Abschnitten als solche gekennzeichnet. Tatsachengrundlage: Berichterstattung über die vorläufige Genehmigung des Vergleichsvorschlags im Juli 2026 im Verfahren Payment Card Interchange Fee and Merchant Discount Antitrust Litigation (E.D.N.Y.); Verordnung (EU) 2015/751 über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge; die Überprüfung der Zahlungsverkehrsregulierung durch die Reserve Bank of Australia. Jede hier genannte Partei kann Stellung nehmen; wir veröffentlichen sie vollständig.